Autogenes Training (AT)

Das Autogene Training ist ein einfach zu erlernendes Entspannungsverfahren. Es wurde von dem Psychiater Prof. J.H. Schultz entwickelt.

Zu seiner Zeit Arbeiteten viele Psychiater mit Hypnose. Darum nannte Schultz das Autogene Training die „legitime Tochter der Hypnose“, da es sich bei dem Verfahren um eine Form von Selbsthypnose handelt.

 

Durch das Wiederholen von bestimmten positiven Suggestionen (Autosuggestion) erreicht der Übende eine tiefe Entspannung.

 

Das Autogene Training hilft bei:

  • Nervosität, innerer Unruhe und Anspannung
  • lösen von Ängsten und Panikattacken
  • Schlafstörungen
  • Konzentrations- und Leistungssteigerung
  • Burnout Prävention
  • Kopfschmerzen
  • Magen- Darmerkrankungen
  • Depressionen
  • Bluthochdruck
  • Hautproblemen z.B. Neurodermitis

Das AT ist das besterforschte Entspannungsverfahren. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit des AT (siehe unten).

 

Körperliche und seelische Gesundung

Durch das tägliche Üben des Autogenen Trainings harmonisiert sich der Hormonspiegel, welcher unser Nervensystem steuert. Dadurch löst sich die innere Anspannung. Es kommt zur inneren Ruhe und Gelassenheit was sich in körperlicher und psychischer Gesundung zeigt.

 

Aufbau des Autogenen Tranings

Das Autogene Training besteht aus der Grund-, der Mittel- und der Oberstufe.

Im Kurs von 6 Lektionen vermittle ich die Übungen des Autogenen Trainings der Grundstufe.

Im Kurs wird das Autogene Training im Sitzen geübt. 

 

Grundstufe

Prof. Schultz bemerkte, dass seine Patienten ihre Gliedmassen in der Entspannung als schwer wahrnahmen. Aus dieser Erfahrung entwickelte er die Schwere-Formel, damit der Übende seine innere Anspannung selber abzubauen kann.

Die sechs Entspannungsformeln

Die Grundstufe besteht aus den 6 Entspannungsformeln. Wir beginnen mit der Schwere-Formel „mein rechter Arm ist ganz schwer“. Diese Formel wird jeweils sechs Mal wiederholt. Schon nach ein paar Tagen dehnt sich die Schwere in den anderen Arm und die Beine aus.

In den folgenden Kursabenden folgt die Herzformel „das Herz schlägt ruhig und gleichmässig“. Dann folgt die Atemformel „Atem fliesst ruhig und entspannend“. Es folgt die Bauchformel „der Bauch ist strömend warm“. Weiter die Stirnkühle-Formel „der Kopf ist angenehm kühl“. Diese letzte Übung bezweckt eine Klarheit und Wachheit im Kopf und wird nicht zum Schlafen angewendet.

 

Tägliches Üben lohnt sich

 

Die besten Erfolge werden erzielt, wenn man sich auch tagsüber ein paar Minuten Zeit nimmt für die Übungen. Diese können überall durchgeführt werden. Vorzugsweise im Sitzen oder ausnahmsweise auch im Stehen.

Diese paar Minuten des Übens tagsüber sind, wie oben erwähnt wichtig, um das Überschiessen der Hormone wie Adrenalin und Cortisol zu vermeiden bzw. vermindern.

Abends können die Übungen natürlich auch im Liegen zum Einschlafen angewendet werden.

 

Mittelstufe des Autogenen Trainings

 

Die Mittelstufe eignet sich weniger für die Gruppenarbeit. Darum führe ich die Mittelstufe nur als Einzelsitzung (ca. 1 Std.) durch.

Grundsätzlich reicht aber die Grundstufe um eine innere Ruhe und Entspannung herbei zu führen.

In der Mittelstufe führt sich der Klient mittels der sechs Formeln selber in die Entspannung. In diesem Zustand leite ich Ihn an, aus seinem Unterbewussten seinen persönlichen Leitsatz aufsteigen zu lassen.

Die Mittelstufe nannte Schultz „formelhafte Vorsatzbildung“.  Dieser Leitsatz wird in eine kurze Formel verpackt, so dass man sie täglich wiederholen kann, wo immer man ist.

Dieser Leitsatz kann hilfreich sein um persönliche Ziele erreichen, Vorbereitung auf Prüfungen oder Überwindung von Schüchternheit usw.

 

 

 

Oberstufe des Autogenen Trainings

 

Wie die Mittelstufe des Autogenen Trainings eignet sich auch die Oberstufe nicht für Gruppenarbeit, da sich dabei sehr persönliche Dinge zeigen können, die man nicht mit jedermann teilen möchte.

Die Oberstufe können bei mir in Einzelsitzungen besucht werden. Dabei geht es um die Wahrnehmung innerer Bilder und deren Eigenschaften.

 

  • Das Finden der Eigenfarbe
  • Objektbetrachtung – Objekte vor dem „Inneren Auge“ erscheinen lassen.
  •  Das Unterbewusstsein gezielt befragen
  • Gefühle betrachten und erleben.
  • Assoziationen und Emotionen beobachten beim inneren Betrachten anderer Menschen

 

 

Studie Autogenes Training

Complementary Medicine Research

 

Übersichtsarbeit · Review Article

 

 

Autogenes Training – Qualitative Meta-Analyse kontrollierter klinischer Studien und Beziehungen zur Naturheilkunde

Stetter F. · Kupper S.

 

 Forsch Komplementärmed 1998;5:211–223

 

https://doi.org/10.1159/000021116

 

Abstract

 

Autogenic Training – Qualitative Meta-Analysis of Controlled Clinical Studies and Relation to NaturopathyAutogenic training is a relaxation technique based on autosuggestions and practice in the perception of ‘natural’ relaxating processes of the body with an increasing calm basic attitude. The psycho-physiological changes that occur after periodical exercises can be explained by a plausible model which has been empirically proved in many of its aspects. With regard to methodological aspects the present study deals with the qualitative meta-analysis of 64 controlled clinical studies from 1952 to 1997. The clinical effect of autogenic training on the main symptoms as exclusive or at least central psychotherapeutic intervention (partly in combination with a somatic basic therapy) was evaluated. It was proved that autogenic training has positive effects on psychosomatic disorders (hypertension, asthma, intestinal diseases, ‘vegetative dystonia’, glaucoma, atopic eczema), on preparation for childbirth, sleep disorders and anxiety disorders. A positive effect can also be expected in case of headaches and Raynaud’s disease, however, other relaxation techniques seem to be superior in these cases. Moreover, positive effects on the mood (e. g. depressive symptoms) and the general subjective condition (e. g. ‘quality of life’) have been proved by many studies. Hence indications can be derived according to the basic rules of evidence-based medicine. Nevertheless there are contraindications, for instance regarding exogenous, acute schizophrenic or affective psychosis. Beyond that the preparedness to therapy of many patients can be improved if the therapeutic offers are enlarged by autogenic training as a ‘low level’ offer. Autogenic training is an effective and useful component of preventive, rehabilitative or therapeutic interventions and can last but not least be part of therapeutic interventions which include naturopathy.